| Allgemeines | |
|---|---|
| Name | GREIF später SARAH |
| Kennung | GREIF FA |
| Unterscheidungssignal | DKEB |
| MMSI | 211281280 |
| Betreiber | Fischereiaufsicht Schleswig-Holstein ab 2003 Wasserschutzpolizei / Küstenwache später Seebestattungsunternehmen aus Hörnum |
| Typ | Fischereiaufsichtsboot später Strecken- und Streifenboot zuletzt Seebestattungsschiff |
| Baujahr | 1969 |
| Bauwerft | Evers-Werft, Niendorf/Ostsee |
| Heimathäfen | Kiel Travemünde Hörnum auf Sylt |
| Status | seit etwa 2016 in Urk, Niederlande letzte bekannte AIS-Meldung im Juli 2023 |
| Technische Daten | |
| Vermessung | 41 GT |
| Länge | 20,80 m |
| Breite | 4,50 m |
| Tiefgang | 2,40 m |
| Rumpf | Stahl |
| Aufbauten | Aluminium |
| Maschinen | 2 × Deutz, je 550 PS |
| Antrieb | beide Maschinen auf eine Schraube |
| Geschwindigkeit | 19 kn |
Die GREIF war das letzte eigens für die Fischereiaufsicht des Landes Schleswig-Holstein eingesetzte Kontrollboot. Von ihrem festen Liegeplatz am Kieler Seefischmarkt in Wellingdorf aus überwachte sie über mehr als drei Jahrzehnte die Fischerei in der westlichen Ostsee.
Dabei kontrollierte die GREIF regelmäßig auch die Eckernförder Fischer auf See. Etwa zweimal im Monat lief das Boot zudem den Eckernförder Hafen an und machte an der Fischereipier fest.
Der Fischmeister begrüßte die Fischer dort häufig mit der Frage:
„Was gibt es Neues?“
Die Besuche dienten damit nicht allein der amtlichen Kontrolle. Die GREIF war zugleich ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen Fischereiaufsicht, Behörden und den aktiven Fischern der schleswig-holsteinischen Ostseeküste.
Die GREIF wurde 1969 auf der Evers-Werft in Niendorf/Ostsee gebaut.
Der Rumpf bestand aus Stahl, während das Ruderhaus und die übrigen Aufbauten aus Aluminium gefertigt waren. Diese Kombination verband die Widerstandsfähigkeit eines Stahlrumpfes mit einem vergleichsweise geringen Gewicht der Aufbauten.
Das Boot maß 20,80 × 4,50 × 2,40 m und war mit 41 GT vermessen.
Als Antrieb dienten zwei Deutz-Dieselmotoren mit jeweils 550 PS. Beide Maschinen wirkten gemeinsam auf eine Schraube. Mit insgesamt 1.100 PS erreichte die GREIF eine Geschwindigkeit von etwa 19 Knoten.
Das Unterscheidungssignal lautete DKEB. Am Bug führte das Boot die Kennung GREIF FA, wobei „FA“ für die Fischereiaufsicht stand.

1969 wurde die GREIF als Fischereiaufsichtsboot mit Heimathafen Kiel in Dienst gestellt.
Ihr fester Liegeplatz befand sich am Seefischmarkt in Kiel-Wellingdorf. Der Rumpf war während dieser Zeit grau gestrichen.
Die Hauptaufgabe des Bootes bestand darin, die Einhaltung der Fischereivorschriften auf See zu überwachen. Dazu gehörten unter anderem:
Die GREIF konnte aufgrund ihrer hohen Maschinenleistung auch weiter entfernte Fischereigebiete schnell erreichen. Ihre Geschwindigkeit von 19 Knoten war für ein Arbeitsschiff dieser Größe beträchtlich.
Die Eckernförder Fischer begegneten der GREIF sowohl draußen auf See als auch im eigenen Hafen.
Etwa zweimal im Monat lief das Fischereiaufsichtsboot Eckernförde an. Dort machte es an der Fischereipier fest. Für die Fischer waren diese Besuche ein regelmäßiger Bestandteil des Hafenalltags.
Die Kontrolleure kannten viele Fischer persönlich. Neben der amtlichen Tätigkeit wurden bei den Hafenbesuchen auch Informationen ausgetauscht: über Fänge, Fanggebiete, technische Probleme, Veränderungen in der Fischerei oder besondere Beobachtungen auf See.
Die traditionelle Frage des Fischmeisters – „Was gibt es Neues?“ – brachte diese Mischung aus Kontrolle und kollegialem Austausch zum Ausdruck.
Der letzte auf der GREIF tätige Fischmeister war Reinhold Joppien aus Heikendorf.
Er gehörte zu jener Generation von Fischereiaufsehern, die noch selbst mit einem eigenen Kontrollboot des Landes auf See unterwegs war. Ihre Arbeit beruhte nicht nur auf Vorschriften und Kontrollen, sondern auch auf umfangreicher praktischer Kenntnis der Fischerei, der Fanggebiete und der einzelnen Betriebe.
Mit der Außerdienststellung der GREIF im Jahr 2003 endete diese Form der eigenständigen Fischereiaufsicht in Schleswig-Holstein.
Im Jahr 2003 wurde die GREIF als Fischereiaufsichtsboot außer Dienst gestellt.
Damit endete die Ära eines speziell für die Kontrolle der Fischerei eingesetzten Landesfahrzeugs. Die Aufgaben der Fischereiaufsicht auf See wurden anschließend von der Wasserschutzpolizei beziehungsweise den im Küstenwachverbund eingesetzten Behörden übernommen.
Die GREIF selbst wurde ebenfalls von der Wasserschutzpolizei übernommen.
Nach der Übernahme erhielt das Boot Travemünde als neuen Heimathafen und Liegeplatz.
Der bisher graue Rumpf wurde blau gestrichen. Die GREIF wurde nun als Strecken- und Streifenboot der Wasserschutzpolizei eingesetzt.
Zu ihren Aufgaben gehörten die Überwachung des Schiffsverkehrs, Kontrollen auf den Wasserstraßen und in den Küstengewässern sowie polizeiliche Einsätze im Raum Travemünde und Lübecker Bucht.
Das Schiff behielt seinen Namen GREIF.
Im Juni 2008 endete auch der Einsatz bei der Wasserschutzpolizei.
Die GREIF wurde außer Dienst gestellt und anschließend über die VEBEG zum Verkauf angeboten.
Den Zuschlag erhielt ein Seebestattungsunternehmen aus Hörnum auf Sylt.
Nach dem Verkauf wurde das ehemalige Fischereiaufsichtsboot zum Seebestattungsschiff umgebaut und in SARAH umbenannt.
Heimathafen wurde Hörnum auf Sylt. Das Schiff wurde jedoch auch häufig von Cuxhaven aus eingesetzt.
Die robuste Konstruktion, die hohe Maschinenleistung und die für ein Behördenboot vergleichsweise großen Innenräume eigneten sich für den neuen Einsatzbereich.
Als SARAH führte das Schiff Angehörige und Trauergäste zu den Beisetzungspositionen auf See. Damit begann nach fast vier Jahrzehnten im Behördeneinsatz ein vollständig neuer Abschnitt seiner Geschichte.

Etwa 2016 wurde die SARAH nach Urk in den Niederlanden überführt und dort aufgelegt.
Am Heck befand sich weiterhin die Aufschrift des früheren Heimathafens Hörnum auf Sylt.
Die letzte bekannte AIS-Meldung stammt aus dem Juli 2023. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Schiff als Hafentender in Urk geführt.
Ob die ehemalige GREIF anschließend noch aktiv genutzt wurde, ist bislang nicht sicher bekannt.
Obwohl die GREIF nie dauerhaft in Eckernförde stationiert war, gehörte sie über Jahrzehnte zum Alltag der Eckernförder Fischerei.
Sie kontrollierte die Kutter auf See und lief regelmäßig die Fischereipier im Hafen an. Für die Fischer war das graue Aufsichtsboot ein vertrauter Anblick.
Die GREIF verkörperte dabei eine Form der Fischereiaufsicht, die stark von persönlichem Kontakt und praktischer Erfahrung geprägt war. Die Beamten kannten die Fischer, ihre Schiffe und ihre Arbeitsweise.
Mit ihrer Außerdienststellung im Jahr 2003 endete nicht nur die Dienstzeit eines Schiffes, sondern eine ganze Epoche der schleswig-holsteinischen Fischereiaufsicht.