NADINE

NADINE

Allgemeines
Name WALTRAUT
ab 1973: HECHT IV
ab 1979: MECKLENBURG
ab 1980: NADINE
Fischereikennzeichen BX 438
ab 03.1955: NC 414
Unterscheidungssignal DFLP
Eigner / Betreiber A. Bahrtz, Bremerhaven
D. Weinberg, Nordenham
W. Kentrat, Cuxhaven
H. Osterndorf, Cuxhaven
Willy Freter, Heiligenhafen
Hochsee-Angelfahrten Kapitän Willy Freter & Co. KG
Dorothea Boldt, Heiligenhafen
Helmut und Charlotte Jupitz, Eckernförde (Charter)
Typ Kriegsfischkutter
später Fischkutter
später Angel- und Stundenfahrtschiff
zuletzt Hausboot
Baunummer KFK 554
Baujahr Oktober 1944
Bauwerft Ernst Burmester Schiffswerft, Swinemünde
Status seit 1990 als Hausboot bei West Mersea, Essex
Technische Daten
Vermessung 69 GT
Maße 24,00 × 6,40 × 2,50 m
Maschine Modag 120 PS
später Modag 150 PS
ab 1966 Deutz 280 PS
Zulassung als Fahrgastschiff 50 Fahrgäste

NADINE

Die NADINE war der ehemalige Kriegsfischkutter KFK 554. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schiff zum Fischkutter WALTRAUT umgebaut. Ab den 1970er Jahren diente es als Angelkutter und fuhr zeitweise auch von Eckernförde aus für Stundenfahrten.

Bau und Kriegseinsatz

Der Kutter wurde im Oktober 1944 auf der Ernst Burmester Schiffswerft in Swinemünde gebaut.

Die Maße betrugen 24,00 × 6,40 × 2,50 m, die Vermessung 69 GT. Als Hauptmaschine war ein Modag-Dieselmotor mit 120 PS eingebaut.

1944 wurde KFK 554 dem Sperrversuchskommando in Swinemünde zugeteilt.

Bei Kriegsende befand sich der Kutter in Frederikshavn. Im Juni 1945 lag er in Kiel und fiel als britische Beute in alliierte Hände.

WALTRAUT

Im November 1947 wurde der ehemalige KFK als BX 438 WALTRAUT in Bremerhaven registriert.

Der Rückbau zum Fischkutter erfolgte beim Technischen Betrieb des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven.

Das Schiff fuhr zunächst in Charter für A. Bahrtz aus Bremerhaven.

Ab Oktober 1948 war die WALTRAUT in Charter für D. Weinberg aus Nordenham.

Im Oktober 1949 folgte eine Charter für W. Kentrat aus Cuxhaven.

Ab März 1955 wurde der Kutter als NC 414 WALTRAUT für W. Kentrat in Cuxhaven geführt. Das Unterscheidungssignal lautete DFLP.

Zu dieser Zeit war ein Modag-Dieselmotor mit 150 PS eingebaut.

Im August 1966 übernahm H. Osterndorf aus Cuxhaven den Kutter. Das Schiff erhielt einen stärkeren Deutz-Dieselmotor mit 280 PS.

1972 wurde die WALTRAUT als Fischereifahrzeug außer Dienst gestellt.

Umbau zum Angelkutter

Im April 1972 wurde der Kutter an Willy Freter in Heiligenhafen verkauft.

Auf der Sakuth-Werft in Heiligenhafen erfolgte der Umbau zum Angelkutter.

Ab Mai 1973 fuhr das Schiff als HECHT IV von Heiligenhafen aus.

Im März 1976 wurde der Kutter für die Hochsee-Angelfahrten Kapitän Willy Freter & Co. KG eingesetzt.

Im Februar 1979 erhielt das Schiff den Namen MECKLENBURG. Eignerin war Dorothea Boldt aus Heiligenhafen.

Im Februar 1980 wurde der Kutter in NADINE umbenannt. Heimathafen blieb Heiligenhafen.

Einsatz in Eckernförde

Von 1980 bis 1982 fuhr die NADINE in Charter für Helmut und Charlotte Jupitz aus Eckernförde.

Von Eckernförde aus wurde sie ausschließlich für Stundenfahrten eingesetzt. Das Schiff war für 50 Fahrgäste zugelassen.

Damit gehörte die NADINE in den frühen 1980er Jahren zu jener Gruppe ehemaliger Kriegsfischkutter, die zeitweise das touristische Fahrtenangebot des Eckernförder Hafens prägten.

Auflegung und geplanter Afrika-Verkauf

Nach dem Eckernförder Chartereinsatz wurde die NADINE in Heiligenhafen aufgelegt.

Zeitweise war vorgesehen, den Kutter nach Westafrika zu verkaufen und dorthin zu überführen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht verwirklicht.

Hausboot in England

1990 wurde die NADINE nach West Mersea in Essex, England, verkauft und dorthin überführt.

West Mersea liegt auf Mersea Island an der englischen Ostküste. Der ehemalige KFK wurde dort als Hausboot genutzt.

Das Schiff liegt gut gesichert im Schlick und wird bei jedem Tidenwechsel vom Wasser umspült. Damit blieb der ehemalige KFK 554 erhalten, wenn auch nicht mehr als fahrendes Schiff.

Bedeutung für Eckernförde

Die NADINE war nur für einen begrenzten Zeitraum mit Eckernförde verbunden. Von 1980 bis 1982 fuhr sie in Charter für Helmut und Charlotte Jupitz und wurde ausschließlich für Stundenfahrten eingesetzt.

Wie die ALDEBARAN I, die HAI I, die HAI II, die OSTPREUSSEN I und die PETER VON DANZIG II gehörte sie zu den Kriegsfischkuttern, die in dieser Zeit als Ausflugsschiffe von Eckernförde aus verkehrten.