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ECKE-ENIGMA – das Eckernförde-Rätsel

Das sogenannte „ECKE-Enigma“: Zwei Eckernförder Kutter, deren Identifikation bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte.

Das Bild dieser beiden Eckernförder Kutter hat bei der Auswertung einiges Kopfzerbrechen bereitet. Die bislang verfügbaren Fotos aus der Vor- und Nachkriegszeit lassen keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Identifikation der beiden Fahrzeuge zu.

Sicher scheint nur: Es handelt sich um eine Aufnahme aus dem Eckernförder Außenhafen. Die genaue Zuordnung der Kutter bleibt jedoch schwierig.

Der Innenlieger

Bernd Gradlowski vermutete zunächst, dass es sich bei dem innenliegenden Kutter um die TRUDEL, ECKE 24 beziehungsweise später ECKE 55, handeln könnte.

Ralf Trümner widerspricht dieser Deutung. Nach seiner Einschätzung sprechen mehrere bauliche Details gegen die Identifikation als TRUDEL:

  • Auf bekannten Bildern der TRUDEL ist kein Besanmast zu erkennen.
  • Der Kombüsen-Schornstein steht bei der TRUDEL auf der Steuerbordseite, auf dem Suchbild jedoch an Backbord.
  • Die TRUDEL war vom Rumpf her älter und entsprach eher dem Typ einer Quase.
  • Der gesuchte Innenlieger wirkt dagegen wie ein modernerer Kutterrumpf, trotz des noch angehängten Ruders.

Damit bleibt die Identität des Innenliegers ungeklärt.

Der Außenlieger

Für den außenliegenden Kutter kommen nach bisherigem Stand vor allem zwei Möglichkeiten in Betracht:

  • AULITT, ECKE 47
  • ECKE 71

Eine sichere Entscheidung ist auch hier nicht möglich. Die Bildqualität und die nur teilweise sichtbaren baulichen Merkmale erlauben keine endgültige Zuordnung.

Zeitliche Einordnung

Für die Datierung des Rätselbildes ist ein wichtiges Detail im Hintergrund beziehungsweise dessen Fehlen entscheidend.

Auf der Borby-Seite des Eckernförder Hafens befand sich von 1917 bis 1946 gegenüber dem städtischen Außenhafen-Kai der sogenannte „Isern Düker-Steg“ der Kriegsmarine. Der Name bedeutet „Eiserne Taucher“ und verweist auf die mit dem Ersten Weltkrieg beginnende U-Boot-Zeit in Eckernförde.

Nach alten Bildern zu urteilen, handelte es sich um einen sehr mächtigen Steg, der auch größere Marinefahrzeuge aufnehmen konnte. Dieser Steg wurde 1946 von den Briten abgerissen. Auf Bildern, auf denen der „Isern Düker-Steg“ nicht mehr zu sehen ist, muss die Aufnahme daher nach 1946 entstanden sein.

Für das Rätselkutter-Bild ist deshalb eine zeitliche Einordnung zwischen 1946 und Anfang der 1950er-Jahre wahrscheinlich.

Nebenbemerkung zu BÜS 72

Ganz links am Bildrand ist das Fischereikennzeichen BÜS 72 zu erkennen. Es gehört offenbar zu einem aufgelegten Kümo. Das Kennzeichen BÜS 72 wurde 1946 neu an einen Fischkutter in Büsum vergeben.

Auch dieses Detail passt zur zeitlichen Einordnung des Bildes in die frühe Nachkriegszeit.

Ein weiteres Suchbild

Weiteres „ECKE-Suchbild“ aus dem Außenhafen von Eckernförde mit Blick auf Borby. Ralf Trümner sieht darin vermutlich denselben Außenlieger wie auf dem Rätselbild. Quelle: Foto-AK Eckernförde: Partie an einer Anlegestelle

Zu dem Rätselbild gehört ein weiterer bildlicher Nachtrag der „schwierigen Klasse“. Das hier angefügte „ECKE-Suchbild“ weist nach Einschätzung von Ralf Trümner eine hohe Übereinstimmung mit dem Außenlieger des vorherigen Bildes auf.

Auch die Liegeposition ist annähernd identisch: Außenhafen Eckernförde, Blickrichtung Borby.

Ralf Trümner nennt folgende Übereinstimmungen am Fahrzeug:

  • Hecklaterne oberhalb der Ruderhauskante
  • zwei Heckfenster im Ruderhaus
  • dieselbe schmale Form des Ruderhauses
  • hoher Besanmast
  • vorn nur ein Stummelmast
  • Aufdoppelungen auf der Schanz am Heck zur Aufnahme der Netztrosse beim Schleppen

Nach Trümners Einschätzung spricht vieles dafür, dass auf beiden Bildern dasselbe Fahrzeug zu sehen ist.

Offene Frage

Das „ECKE-Enigma“ bleibt damit vorerst ungelöst. Die vorhandenen Bildvergleiche sprechen gegen eine einfache Identifikation des Innenliegers als TRUDEL, während der Außenlieger möglicherweise mit AULITT, ECKE 47, oder ECKE 71 in Verbindung gebracht werden kann.

Eine endgültige Klärung wäre nur durch weitere Fotos, Registerhinweise oder zeitgenössische Beschriftungen möglich.

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