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kutter:ecke_32_marianne_hougaard

MARIANNE

MARIANNE

Allgemeines
Name MARIANNE HOUGAARD
später MARIANNE
Fischereikennzeichen H 220
ab 1984: ECKE 32
Unterscheidungssignal dänisch: XP 2540
deutsch: DKFM
Eigner Claus Lutz
Typ Kombikutter für Schlepp- und Stellnetzfischerei
Baujahr 1965
Bauwerft Andersen & Ferdinandsen, Gilleleje, Dänemark
Herkunft 1982 aus Gilleleje angekauft
Status 1991 nach Maschinenhausbrand gesunken
Technische Daten
Länge 13,35 m
Vermessungslänge 12,19 m
Breite 4,21 m
Tiefgang 1,80 m
Vermessung 17,75 BRT / 5 NRT
Maschine Callesen 3-Zylinder-Dieselmotor, 135 PS
Antrieb 1 Schraube, Verstellpropeller
Geschwindigkeit vermutlich ca. 7,5 kn
Besatzung 2 Mann

ECKE 32 MARIANNE

Herkunft

Die spätere MARIANNE wurde 1965 bei Andersen & Ferdinandsen in Gilleleje in Dänemark gebaut. Dort fuhr sie zunächst als H 220 MARIANNE HOUGAARD.

Das dänische Unterscheidungssignal lautete XP 2540. Nach der Übernahme nach Deutschland wurde das Unterscheidungssignal DKFM geführt.

Der Kutter war als Kombikutter für Schlepp- und Stellnetzfischerei ausgelegt. Die Vermessung betrug 17,75 BRT und 5 NRT. Die Länge über alles betrug 13,35 m, die Vermessungslänge 12,19 m, die Breite 4,21 m und der Tiefgang 1,80 m.

Als Antrieb diente ein Callesen-3-Zylinder-Dieselmotor mit 135 PS, ein Verstellpropeller und eine Schraube. Die angegebene Geschwindigkeit von 10 kn erscheint hoch; realistischer sind eher etwa 7,5 kn.

H 220 MARIANNE HOUGAARD in der dänischen Zeit. Der 1965 bei Andersen & Ferdinandsen in Gilleleje gebaute Kombikutter wurde 1982 aus Dänemark angekauft und anschließend nach deutschen Vorschriften umgebaut.
ECKE 32 MARIANNE nach der Übernahme nach Eckernförde. Der ehemalige dänische Kutter H 220 MARIANNE HOUGAARD wurde in Eckernförde von Claus Lutz betrieben und 1990 bei Modersitzki für die Lachsfischerei umgebaut.

Eckernförder Zeit

1982 wurde die MARIANNE HOUGAARD aus Gilleleje angekauft. Nach der Überführung nach Deutschland musste der Kutter 1982 vollständig nach deutschen Vorschriften umgebaut werden.

1984 erscheint das Schiff als ECKE 32 MARIANNE unter Claus Lutz aus Langholz / Eckernförde.

Am 16. August 1990 war die MARIANNE so im Register verzeichnet.

1990 erfolgte bei Modersitzki ein Umbau für die Lachsfischerei. Claus Lutz war der letzte Fischer, der von Eckernförde aus noch die Lachsfischerei betrieb.

Untergang 1991

Am 21. April 1991 sank die ECKE 32 MARIANNE beim Fischen in der Ostsee vor Ustka in Polen, dem früheren Stolpmünde.

Ursache war ein Maschinenhausbrand. Die zweiköpfige Besatzung konnte sich in eine Rettungsinsel retten und wurde von einem dänischen Kutter aufgenommen.

Am 4. Februar 1992 wurde das Fahrzeug im Register gestrichen.

Bernd Gradlowski berichtet über seine Fischerei-Zeit mit der Familie Lutz:

Schon mein Vater fuhr von 1951 bis 1954 als Schuljunge bei Arthur Lutz auf ECKE 62 ANNEMARIE mit, von Langholz-Strand aus. Die ANNEMARIE war ein Siegfried-Bau von 1920, mit Junkers-Antrieb, im Typ als Motorboot geführt.

Damals wurde von Langholz aus ausschließlich Strandfischerei betrieben. Von dieser Zeit mit der ANNEMARIE hat mein Vater mir oft erzählt. 1957 wurde ECKE 62 bei Sturm vor Langholz-Strand von der Ankerleine losgerissen und strandete. Das Fahrzeug war anschließend ein Totalverlust.

Arthur Lutz war der Erste, der ab 1951 in Langholz Zimmer an Feriengäste vermietete. 1954 begann mein Vater in der Hochseefischerei. Über die Jahre baute Arthur Lutz in Langholz seinen Räucherbetrieb auf und erweiterte zugleich die Zahl der Gästebetten.

1972 wurde Damp 2000 eröffnet, und die Fischerei wurde fortan von dort aus betrieben. Arthur Lutz hatte ab 1972 ein Fischverkaufsboot in Damp liegen: ein ehemaliges Ausflugsboot namens MÖVE, etwa zehn Meter lang, das er aus Schleswig erworben hatte. Im Eiswinter 1978/79 riss dieses Schiff im Hafenbecken von Damp los und sank. Auch dies endete als Totalverlust.

Ebenfalls 1972 wurde aus Apenrade ein dänischer Kutter erworben, Baujahr etwa 1948, die spätere ECKE 32 LANGHOLZ. Mit diesem Kutter geschah im Herbst 1974 Folgendes: Beim Aufnehmen der Heringsnetze geriet bei starkem Nordostwind ein Netz in die Schraube. Die LANGHOLZ strandete am Eckernförder Südstrand und war ebenfalls ein Totalverlust.

Nach der Strandung wurde der Kutter zusätzlich geplündert. Entwendet wurden unter anderem Propeller, Positionslampen und Steuerrad. Der Kutter wurde vor Ort entsorgt. Arthur Lutz hatte mit seinen Fahrzeugen nicht viel Glück.

1975 wurde ECKE 32 HOFFNUNG aus Maasholm angeschafft, ein Kutter von 11 × 4 m mit 90-PS-Benz-Motor. 1981 übernahm der Sohn Claus Lutz die ECKE 32 HOFFNUNG, bis 1982 der dänische Kutter ECKE 32 MARIANNE aus Gilleleje angekauft wurde.

Arthur Lutz betrieb von 1981 bis etwa 1983 die aus Heikendorf angekaufte spätere ECKE 32a POMMERN von Eckernförde aus.

Anfang der 1990er Jahre verstarb Arthur Lutz. Claus Lutz übernahm daraufhin den Räucherbetrieb seines Vaters in Langholz. Etwa 1992 wurde der Angelkutter SIMONE, KFK 488, aus Maasholm angeschafft. Das Imbissschiff CAPELLA, KFK 334, holte Claus Lutz 1995 nach Eckernförde.

Leider verstarb Claus Lutz am 10. November 2015 mit nur 64 Jahren viel zu früh.

Mit Claus Lutz kam ich immer gut klar. Er hätte uns in einigen Punkten weiterhelfen können.

Claus Lutz. Bild: SHZ / Eckernförder Zeitung.

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