ADLER VI
| Allgemeines | |
|---|---|
| Name | ADLER VI |
| Unterscheidungssignal | DJGZ |
| IMO-Nummer | 7904906 |
| MMSI | 211291170 |
| Eigner / Betreiber | Kurt Paulsen / Adler-Schiffe, Nordstrand Wolfgang Potratz, Eckernförde (Charter) später gemeinsam mit Günter Marx |
| Typ | Fahrgast- und Ausflugsschiff |
| Baujahr | 1979 |
| Bauwerft | Husumer Schiffswerft, Husum |
| Baunummer | 1456 |
| Heimathafen | Nordstrand |
| Status | 2026 von Hörnum aus in Fahrt |
| Technische Daten | |
| Vermessung | ursprünglich 225 GT nach Verlängerung 265 GT |
| Länge | ursprünglich 31,80 m seit 1995: 36,70 m über alles |
| Breite | 6,90 m |
| Tiefgang | 1,70 m |
| Maschine | Deutz 600 PS |
| Antrieb | eine Schraube |
| Manövrierhilfe | Bugstrahlruder |
| Geschwindigkeit | 10 kn |
| Fahrgastzulassung | ursprünglich 200 Personen seit 1995: 350 Personen |
ADLER VI
Die ADLER VI kam im Sommer 1979 als fabrikneues Fahrgastschiff nach Eckernförde. Sie war nach der bereits seit 1978 eingesetzten ADLER III das zweite Schiff der Adler-Flotte, das von Eckernförde aus für Stundenfahrten eingesetzt wurde.
Der Neubau wurde im Juli 1979 in Husum fertiggestellt und unmittelbar danach nach Eckernförde überführt. Nach den Erinnerungen aus jener Zeit war der typische Geruch der Werft und der neuen Inneneinrichtung noch deutlich im Schiff wahrnehmbar.
Die ADLER VI fuhr zunächst in Charter für Wolfgang Potratz aus Eckernförde. Später kam Günter Marx als Partner hinzu. Wie die ADLER III wurde auch die ADLER VI von Setzkapitänen geführt.
Bau auf der Husumer Schiffswerft
Die ADLER VI wurde 1979 auf der Husumer Schiffswerft unter der Baunummer 1456 gebaut.
Das Schiff maß ursprünglich 31,80 × 6,90 × 1,70 m und war mit 225 GT vermessen. Die Fahrgastzulassung umfasste 200 Personen.
Als Hauptmaschine wurde ein Deutz-Dieselmotor mit 600 PS eingebaut. Der Antrieb erfolgte über eine Schraube. Zusätzlich verfügte das Schiff über ein Bugstrahlruder, das die Manövrierfähigkeit in engen Häfen verbesserte.
Die Geschwindigkeit betrug etwa 10 Knoten. Das Unterscheidungssignal lautete DJGZ.
Indienststellung
Im Juli 1979 wurde das Schiff als ADLER VI in Dienst gestellt. Heimathafen war Nordstrand, Eigner Kurt Paulsen von den Adler-Schiffen.
Noch im selben Monat wurde der Neubau von Husum nach Eckernförde überführt. Ab August 1979 nahm die ADLER VI dort den regulären Fahrbetrieb auf.
Stundenfahrten ab Eckernförde
Von Eckernförde aus wurde die ADLER VI ausschließlich für Stundenfahrten eingesetzt.
Diese kurzen Ausflugsreisen wurden auch als „kleine Butterfahrten“ bezeichnet. Dabei verließ das Schiff den Hafen für eine begrenzte Rundfahrt auf der Eckernförder Bucht und der angrenzenden Ostsee.
Die ADLER VI fuhr in Charter für Wolfgang Potratz. Später beteiligte sich Günter Marx an dem Betrieb.
Zusammen mit der ADLER III bildete sie eine moderne Fahrgastschiffsflotte, die sich deutlich von den gleichzeitig eingesetzten ehemaligen Fisch- und Kriegsfischkuttern unterschied.
Zwei Adler-Schiffe an einem Liegeplatz
Die ADLER III und die ADLER VI teilten sich in Eckernförde zunächst einen Liegeplatz.
Während des Tages lagen die Schiffe dort abwechselnd. Wenn sich eines auf Fahrt befand, konnte das andere unmittelbar am Liegeplatz festmachen.
Nach Feierabend lagen beide Schiffe häufig längsseits im Päckchen.
Dabei kam es immer wieder zu Schwierigkeiten, weil die breiten Scheuerleisten der beiden Schiffe auf unterschiedlichen Höhen angebracht waren. Bei Bewegung im Hafen konnten die Scheuerleisten deshalb nicht sauber gegeneinander arbeiten. Das erschwerte das sichere Längsseitsliegen und erforderte besondere Aufmerksamkeit beim Festmachen.
Rückkehr an die Nordsee
Ende 1981 wurde die ADLER VI aus Eckernförde abgezogen und an die Nordsee verholt.
Unter Eigner Kurt Paulsen kam sie fortan für Hallig- und Ausflugsfahrten ab List und Hörnum auf Sylt zum Einsatz.
Damit kehrte das Schiff in das traditionelle Fahrtgebiet der Adler-Schiffe zurück.
Einkaufsfahrten ab Altwarp
Ab 1992 wurde die ADLER VI zeitweise für Einkaufsfahrten vom Hafen Altwarp am Stettiner Haff eingesetzt.
Die Fahrten führten in Richtung der polnischen Gewässer. Sie gehörten zur damals weit verbreiteten Einkaufsschifffahrt, bei der der Verkauf zoll- und steuerbegünstigter Waren einen wesentlichen Teil des Geschäftsmodells bildete.
Zwischendurch wurde die ADLER VI immer wieder an die Nordsee zurückbeordert und erneut für Hallig- und Ausflugsfahrten ab Hörnum eingesetzt.
Verlängerung 1995
Im März 1995 wurde die ADLER VI auf der Husumer Schiffswerft verlängert.
Die Länge über alles erhöhte sich von 31,80 m auf 36,70 m. Nach dem Umbau betrug die Vermessung 265 GT.
Die Fahrgastzulassung wurde auf 350 Personen erhöht.
Durch die Verlängerung entstanden zusätzliche Fahrgast- und Aufenthaltsflächen. Das Schiff konnte dadurch wesentlich mehr Gäste aufnehmen und flexibler für Linien-, Ausflugs- und Veranstaltungsfahrten eingesetzt werden.
Maschinenraumbrand vor Hörnum
Am 20. Oktober 2007 kam es während einer Ausflugsfahrt vor Hörnum zu einem Brand im Maschinenraum der ADLER VI.
Die Besatzung konnte das Feuer mit den bordeigenen Mitteln löschen. Die zehn Fahrgäste an Bord blieben unverletzt.
Durch den Brand wurde das Schiff jedoch manövrierunfähig. Die ADLER VI musste anschließend in den Hafen von Hörnum geschleppt werden.
Nach der Reparatur konnte das Schiff wieder in Fahrt gebracht werden.
Weiterhin in Fahrt
Auch 2026 fährt die ADLER VI weiterhin mit Heimathafen Nordstrand.
Von Hörnum aus wird sie für unterschiedliche Fahrten eingesetzt:
- Halligfahrten
- Ausflugsfahrten
- Erlebnisfahrten
- Veranstaltungs- und Eventfahrten
Damit ist das 1979 gebaute Schiff seit mehr als vier Jahrzehnten im Fahrgastverkehr tätig.
Bedeutung für Eckernförde
Die ADLER VI markierte gemeinsam mit der ADLER III einen neuen Abschnitt der Eckernförder Stundenfahrtschifffahrt.
Während zuvor zahlreiche umgebaute Fisch- und Angelkutter eingesetzt worden waren, kamen mit den beiden Adler-Schiffen moderne, speziell für die Fahrgastschifffahrt gebaute Fahrzeuge in den Hafen.
Die ADLER VI war zudem ein echter Neubau. Sie wurde unmittelbar nach ihrer Fertigstellung nach Eckernförde überführt und begann dort ihre erste Einsatzzeit.


Diskussion