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KÄPPEN BURMEISTER

KÄPPEN BURMEISTER

Allgemeines
Name CARL KIRCHEISS
07.–10.1977: HAPPY GIRL
anschließend wieder CARL KIRCHEISS
ab 01.1979: KÄPPEN BURMEISTER
1986 zeitweise: SYLTER HAHN
ab 03.1988: ALMADA
ab 1998: DJAM DJAM
Unterscheidungssignal DHCK
ab 1988: CSQQ
IMO-Nummer 6912774
Eigner / Betreiber HADAG, Hamburg
Seetouristik & Fährdienst AG, Hamburg
Reederei Willy Freter, Heiligenhafen
Förde-Reederei GmbH, Flensburg
Ellen und Lorenz „Lorne“ Marckwardt, Eckernförde
Reederei Hinrichsen, Rantum
Transtejo & Soflusa, Lissabon
zuletzt unbekannter Eigner in Bissau
Typ Personenmotorschiff
Stundenfahrtschiff
zeitweise Halligschiff
später Personenfähre
Baujahr 1969
Bauwerft Scheel & Jöhnk Schiffswerft, Hamburg-Harburg
Baunummer 454
Status seit 2003 als aufgegebenes Wrack im Hafen von Bissau
Technische Daten
Vermessung 137 GT
Länge 30,40 m
Breite 6,40 m
Tiefgang 1,90 m
Maschine 2 × Mercedes-Benz, je 300 PS
Antrieb beide Motoren auf eine Schraube
Fahrgastzulassung 180 Personen

KÄPPEN BURMEISTER

Die KÄPPEN BURMEISTER war ein 1969 gebautes Personenmotorschiff, das von 1982 bis Anfang 1986 von Eckernförde aus für Stundenfahrten eingesetzt wurde.

Eigner waren Ellen Marckwardt und ihr Mann Lorenz „Lorne“ Marckwardt. Ellen Marckwardt betrieb zeitweise außerdem den ehemaligen Kriegsfischkutter KFK 109 OSTPREUSSEN I von Eckernförde aus.

Beide Schiffe wurden nicht ständig von den Eignern selbst geführt, sondern fuhren mit Setzkapitänen.

Bau als CARL KIRCHEISS

Das Schiff wurde 1969 auf der Scheel & Jöhnk Schiffswerft in Hamburg-Harburg unter der Baunummer 454 gebaut.

Die Maße betrugen 30,40 × 6,40 × 1,90 m, die Vermessung 137 GT. Das Schiff war für 180 Fahrgäste zugelassen.

Als Antrieb dienten zwei Mercedes-Benz-Dieselmotoren mit jeweils 300 PS. Beide Motoren wirkten gemeinsam auf eine einzelne Schraube. Das Unterscheidungssignal lautete DHCK.

Im April 1969 wurde das Schiff als CARL KIRCHEISS in Hamburg in Dienst gestellt. Betreiber war zunächst die HADAG, die das Schiff im Hamburger Personenverkehr einsetzte.

Bereits im August 1969 ging es an die Seetouristik & Fährdienst AG in Hamburg.

Kurze Zeit als HAPPY GIRL

Im Juli 1977 erhielt das Schiff den Namen HAPPY GIRL.

Diese Umbenennung bestand jedoch nur wenige Monate. Bereits im Oktober desselben Jahres wurde das Schiff wieder in CARL KIRCHEISS zurückbenannt.

KÄPPEN BURMEISTER in Heiligenhafen

Im Januar 1979 wurde das Fahrgastschiff an die Reederei Willy Freter in Heiligenhafen verchartert.

Es erhielt den Namen KÄPPEN BURMEISTER und Heiligenhafen als Heimathafen. Von dort aus wurde das Schiff für Stunden- und Ausflugsfahrten eingesetzt.

Ab Januar 1980 gehörte die KÄPPEN BURMEISTER der Reederei Willy Freter selbst.

Im September 1982 ging das Schiff zunächst an die Förde-Reederei GmbH in Flensburg.

Einsatz in Eckernförde

Im Oktober 1982 übernahm Ellen Marckwardt aus Eckernförde die KÄPPEN BURMEISTER.

Das Schiff erhielt Eckernförde als Heimathafen und wurde ausschließlich für Stundenfahrten eingesetzt. Diese Fahrten wurden häufig auch als „kleine Butterfahrten“ bezeichnet.

Mit einer Zulassung für 180 Fahrgäste gehörte die KÄPPEN BURMEISTER zu den größeren Ausflugsschiffen, die in den 1980er Jahren von Eckernförde aus verkehrten.

Im Unterschied zu den umgebauten Fisch- und Kriegsfischkuttern war sie von Anfang an als Personenmotorschiff gebaut worden. Sie verfügte daher über eine für den Fahrgastverkehr zweckmäßigere Raumaufteilung und eine deutlich größere Passagierkapazität.

Neben der KÄPPEN BURMEISTER betrieb Ellen Marckwardt zeitweise auch die OSTPREUSSEN I. Beide Schiffe wurden durch Setzkapitäne geführt.

Auflegung im Binnenhafen

Anfang 1986 wurde die KÄPPEN BURMEISTER im Eckernförder Binnenhafen aufgelegt.

Damit endete ihre Einsatzzeit für Stundenfahrten von Eckernförde aus.

Noch im selben Jahr wurde das Schiff an die Reederei Hinrichsen aus Rantum auf Sylt verchartert.

Als SYLTER HAHN auf der Nordsee

Während der Charterzeit bei der Reederei Hinrichsen wurde das Schiff als SYLTER HAHN eingesetzt.

Ausgangspunkt der Fahrten war Hörnum auf Sylt. Das Schiff verkehrte im nordfriesischen Wattenmeer und führte Hallig- und Ausflugsfahrten zwischen Rantum, Amrum und der Hallig Hooge durch.

Dieser Einsatz blieb nur von kurzer Dauer.

1987 wurde das Schiff nach Cuxhaven überführt und dort aufgelegt.

Verkauf nach Portugal

Die ehemalige KÄPPEN BURMEISTER wurde anschließend nach Portugal verkauft.

Anfang 1988 erfolgte die Überführung auf ungewöhnliche Weise. Das Schiff wurde in Cuxhaven auf das Deck des Schwergutschiffes DIOGO BERNARDES gesetzt und auf diesem Weg nach Lissabon transportiert.

Im März 1988 kam es unter portugiesischer Flagge als ALMADA wieder in Fahrt. Das neue Unterscheidungssignal lautete CSQQ.

Betreiber war die Reederei Transtejo & Soflusa in Lissabon.

Personenfähre auf dem Tejo

Als ALMADA wurde das Schiff im Fährverkehr auf dem Tejo eingesetzt.

Es beförderte Fahrgäste zwischen Lissabon und den Orten auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses. Daneben wurde es auch für Ausflugsfahrten ab Lissabon genutzt.

Damit kehrte das Schiff zu seiner ursprünglichen Aufgabe als Personenfahrzeug zurück.

1998 wurde die ALMADA in Lissabon stillgelegt.

Überführung nach Westafrika

Noch 1998 wurde das Schiff nach Bissau, der Hauptstadt von Guinea-Bissau, verkauft.

Die Überführung von Lissabon nach Westafrika erfolgte auf eigenem Kiel.

In Bissau erhielt das Schiff den Namen DJAM DJAM. Der damalige Eigner ist nicht bekannt.

Die DJAM DJAM wurde als Personenfähre zwischen Bissau und den Bijagós-Inseln eingesetzt. Der Archipel liegt vor der Küste Guinea-Bissaus und besteht aus zahlreichen Inseln, die vielfach nur auf dem Wasserweg erreichbar sind.

Ende in Bissau

Im Jahr 2003 lag das Schiff halb gesunken im Hafenbecken von Bissau.

Eine Bergung oder Instandsetzung erfolgte offenbar nicht mehr. Die ehemalige KÄPPEN BURMEISTER wurde dort aufgegeben und verblieb als Wrack im Hafen.

Damit endete der Lebenslauf des 1969 gebauten Personenmotorschiffes nach Einsätzen in Deutschland, Portugal und Westafrika.

Bedeutung für Eckernförde

Die KÄPPEN BURMEISTER gehörte von 1982 bis Anfang 1986 zur Eckernförder Stundenfahrtschifffahrt.

Mit ihrer Zulassung für 180 Personen war sie erheblich größer als die meisten früheren Fisch- und Angelkutter im Hafen. Gemeinsam mit der OSTPREUSSEN I bildete sie die von Ellen und Lorenz Marckwardt betriebene Eckernförder Flotte.

Ihr weiterer Lebensweg war außergewöhnlich. Nach dem Einsatz auf der Ostsee und im nordfriesischen Wattenmeer wurde sie zur Tejo-Fähre in Lissabon und später zum Inselschiff vor der westafrikanischen Küste.

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