KORSAR I
| Allgemeines | |
|---|---|
| Name | ECKWARDEN ab 1972: PIRAT ab 1976: DAHME ab 1977: ORTH ab 1978: KORSAR I ab 1986: MAGNUS LADULÅS später MAGNUS LADULÅS II ab 1997: STELLA POLARIS |
| Unterscheidungssignal | DDAM später SLTR |
| MMSI | 265576530 |
| Eigner / Betreiber | Schifffahrtsgesellschaft Jade GmbH, Wilhelmshaven KG Seetouristik GmbH & Co., Lübeck-Travemünde Reederei Willy Freter & Co. KG, Heiligenhafen F. Florian, Orth auf Fehmarn Reederei R. & H. Böttcher, Lübeck-Travemünde Kapitän Helmut Jupitz, Eckernförde Rederi AB Södra Vättern, Visingsö später schwedische Betreiber in Karlstad |
| Typ | Personenmotorschiff zeitweise Angel- und Stundenfahrtschiff heute Ausflugs- und Veranstaltungsschiff |
| Baujahr | 1961 |
| Bauwerft | Jadewerft Wilhelmshaven GmbH |
| Baunummer | 76 |
| Heimathäfen | Wilhelmshaven Travemünde Heiligenhafen Orth auf Fehmarn Eckernförde Göteborg / Karlstad |
| Status | als STELLA POLARIS in Karlstad in Fahrt |
| Technische Daten | |
| Vermessung | 124 GT |
| Maße ursprünglich | 24,60 × 6,50 × 2,80 m |
| Heutige Länge über alles | etwa 30 m |
| Maschine | 2 × Deutz-Dieselmotor, je 230 PS |
| Antrieb | 2 Schrauben |
KORSAR I
Die KORSAR I war ein Fahrgast- und Stundenfahrtschiff, das von 1981 bis Ende 1986 unter Kapitän Helmut Jupitz von Eckernförde aus eingesetzt wurde.
Anders als die zahlreichen ehemaligen Fisch- und Kriegsfischkutter der Eckernförder Ausflugsflotte war die KORSAR I von Anfang an als Personenmotorschiff gebaut worden. Das Schiff durchlief dennoch eine ungewöhnlich große Zahl verschiedener Einsatzgebiete und Namen. Nach der Zeit in Eckernförde wurde es nach Schweden verkauft, mehrfach modernisiert und fährt heute als STELLA POLARIS auf dem Vänern.
Bau als ECKWARDEN
Das Schiff wurde 1961 auf der Jadewerft Wilhelmshaven GmbH gebaut. Als Baunummer ist 76 überliefert.
Die ursprünglichen Maße betrugen 24,60 × 6,50 × 2,80 m. Die Vermessung lag bei 124 GT.
Als Antrieb dienten zwei Deutz-Dieselmotoren mit jeweils 230 PS. Jeder Motor wirkte auf eine eigene Schraube. Durch diese Zweischraubenanlage war das Schiff für Hafenmanöver und den regelmäßigen Fahrgastbetrieb gut geeignet.
Das Unterscheidungssignal lautete DDAM.
Im Mai 1961 wurde das Schiff als ECKWARDEN in Dienst gestellt. Heimathafen war Wilhelmshaven, Betreiber die Schifffahrtsgesellschaft Jade GmbH.
Die Namensgebung bezog sich auf Eckwarden beziehungsweise Eckwarderhörne am Jadebusen. Die ECKWARDEN wurde für den regionalen Personenverkehr und für Ausflugsfahrten im Bereich von Jade und Nordsee eingesetzt.
Eine Aufnahme von Juli 1963 zeigt das Schiff noch in seiner ursprünglichen Form als ECKWARDEN. Auch die Zuordnung zur Jadewerft-Baunummer 76 ist in der Bilddokumentation verzeichnet.
PIRAT
1972 wurde das Schiff nach Travemünde verkauft und in PIRAT umbenannt.
Neuer Betreiber war die KG Seetouristik GmbH & Co. in Lübeck-Travemünde.
1975 erhielt das Schiff Heiligenhafen als Heimathafen. Dort wurde die PIRAT als Angelschiff eingesetzt und gehörte zur Flotte der Reederei Willy Freter & Co. KG.
DAHME
1976 erfolgte die Umbenennung in DAHME.
Das Schiff wurde nun von Hochseeangelfahrten Kapitän Willy Freter in Heiligenhafen betrieben. Der Name bezog sich vermutlich auf den Ostseeort Dahme.
In dieser Phase wurde das ursprünglich als Fahrgastschiff gebaute Fahrzeug vor allem für Hochseeangelfahrten genutzt.
ORTH
1977 erhielt das Schiff den Namen ORTH und den gleichnamigen Hafen auf Fehmarn als Heimathafen.
Eigner war F. Florian aus Orth. Das Schiff blieb als Angelschiff in Fahrt.
Die verschiedenen Umbenennungen innerhalb weniger Jahre spiegeln die damals häufig wechselnden Betreiber- und Charterverhältnisse der ostholsteinischen Angel- und Ausflugsschifffahrt wider.
KORSAR I
1978 übernahm die Reederei R. & H. Böttcher aus Lübeck-Travemünde das Schiff und benannte es in KORSAR I um.
Im April 1981 kaufte Kapitän Helmut Jupitz aus Eckernförde die KORSAR I. Der Heimathafen wurde nach Eckernförde verlegt.
Einsatz in Eckernförde
Von Eckernförde aus wurde die KORSAR I ausschließlich für Stundenfahrten eingesetzt.
Diese kurzen Fahrten wurden auch als „kleine Butterfahrten“ bezeichnet. Dabei verließ das Schiff den Hafen für eine begrenzte Rundfahrt auf der Eckernförder Bucht. Die Fahrgäste konnten die Küstenlandschaft vom Wasser aus erleben und zugleich von den damals noch bestehenden Möglichkeiten des zollfreien Einkaufs auf See profitieren.
Die KORSAR I war eines von drei größeren Schiffen, die Kapitän Helmut Jupitz zeitweise von Eckernförde aus betrieb. Neben ihr gehörten dazu:
- KFK 380 ALDEBARAN I
- KFK 554 NADINE
Während die beiden anderen Schiffe ursprünglich Kriegsfischkutter gewesen waren, war die KORSAR I als echtes Fahrgastschiff konstruiert worden. Sie bot dadurch mehr Platz und Komfort für Stundenfahrten.
Kapitän Helmut Jupitz besaß das Patent „Kapitän auf Großer Fahrt“. Auch seine Frau Charlotte Jupitz hatte ein Kapitänspatent und führte wiederholt Schiffe des gemeinsamen Betriebs.
Die KORSAR I blieb bis Ende 1986 in Eckernförde.
Verkauf nach Schweden
Ende 1986 wurde das Schiff nach Karlstad in Schweden verkauft und dorthin überführt.
Es erhielt den Namen MAGNUS LADULÅS und wurde unter schwedischer Flagge geführt. Das neue Unterscheidungssignal lautete SLTR.
Als Betreiber wird die Rederi AB Södra Vättern in Visingsö genannt. Heimathafen war formal Göteborg, das tatsächliche Fahrtgebiet lag jedoch auf schwedischen Binnenseen.
Die MAGNUS LADULÅS wurde für Rundfahrten und Charterfahrten auf dem Vänern eingesetzt. Ausgangshafen war vor allem Karlstad.
Zeitweise erscheint das Schiff auch unter dem Namen MAGNUS LADULÅS II. Eine schwedische und internationale Bilddokumentation bestätigt die Namensfolge von ECKWARDEN über PIRAT, DAHME, ORTH und KORSAR I bis zu MAGNUS LADULÅS.
STELLA POLARIS
1997 wurde das Schiff in STELLA POLARIS umbenannt.
In Schweden wurde es mehrfach umgebaut und modernisiert. Dadurch verlängerte sich das Schiff offenbar auf etwa 30 m. Heutige AIS-Verzeichnisse nennen eine Breite von rund 6 m.
Die MMSI lautet 265576530. Das Schiff fährt unter schwedischer Flagge.
Als STELLA POLARIS wird es von Karlstad aus für unterschiedliche touristische und gastronomische Fahrten eingesetzt:
- Tages- und Abendfahrten auf dem Vänern
- Charterfahrten
- Firmenveranstaltungen
- Hochzeiten und Geburtstagsfeiern
- Konferenzen
- Fahrten mit Livemusik
- sogenannte Krabben- beziehungsweise Garnelenkreuzfahrten
Das Schiff besitzt heute zwei für Gäste genutzte Decks, gastronomische Einrichtungen und Bars. Die Rundfahrten beginnen im inneren Hafen von Karlstad und führen durch die Schärenlandschaft des Vänern.
Die regulären Abendfahrten dauern etwa dreieinhalb Stunden. Dabei fährt die STELLA POLARIS vom inneren Hafen Karlstads unter anderem an Tynäs Udde und Jäverön vorbei.
Zwischenfall auf dem Vänern
Im Juni 2013 war die STELLA POLARIS an einer Kollision auf dem Vänern beteiligt.
Das Schiff kollidierte mit dem historischen Fahrgastschiff POLSTJÄRNAN. Die Passagiere wurden zuvor beziehungsweise anschließend sicher an Land gebracht. Die STELLA POLARIS musste nach dem Vorfall für mehrere Wochen aus dem Betrieb genommen werden.
Der Schaden bedeutete jedoch nicht das Ende des Schiffes. Nach der Reparatur wurde es wieder für Ausflugsfahrten eingesetzt.
Bis heute in Fahrt
Die aktuelle Betreiberseite wirbt weiterhin mit Fahrten der STELLA POLARIS ab Karlstad. Auch Schiffsdatenbanken führen das Schiff mit der MMSI 265576530 unter schwedischer Flagge.
Damit ist das 1961 gebaute Schiff nach mehr als sechs Jahrzehnten weiterhin im Fahrgastbetrieb aktiv.
Sein Lebenslauf umfasst inzwischen folgende Namen:
- ECKWARDEN
- PIRAT
- DAHME
- ORTH
- KORSAR I
- MAGNUS LADULÅS
- MAGNUS LADULÅS II
- STELLA POLARIS



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