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ALDEBARAN I

ALDEBARAN I

Allgemeines
Name OTTO
ab 1954: ANKE
ab 1972: ALDEBARAN I
Fischereikennzeichen SC 28
SG 18
SO 282
SH 16
SL 11
Unterscheidungssignal DIYH
Eigner / Betreiber H. Nagel, Büsum
E. Westphalen, Büsum
A. Pekeler, Glückstadt
A. & E. Ambrosius, Niendorf
A. Ring, Heiligenhafen
H. & G. Röschke, Heiligenhafen / Travemünde
G. Röschke, Travemünde
Kapitän Helmut Jupitz, Eckernförde
Reederei Klaus Baumeister, Stralsund
Manuel Morena Martinez, Palma de Mallorca
Typ Kriegsfischkutter
später Fischkutter
Angel- und Stundenfahrtschiff
zuletzt Versorgungsschiff
Baunummer KFK 380
Baujahr 1943
Bauwerft Ernst Burmester Schiffswerft, Swinemünde
Status September 2015 in Palma de Mallorca abgewrackt
Technische Daten
Vermessung 70 GT
Maße 24,00 × 6,40 × 2,50 m
Maschine Modag 120 PS
später Modag 150 PS
ab 1972 Mercedes-Benz V10-Saugdiesel, 420 PS
Zulassung als Fahrgastschiff 50 Fahrgäste

ALDEBARAN I

Die ALDEBARAN I war der ehemalige Kriegsfischkutter KFK 380. Nach ihrer Dienstzeit bei der Kriegsmarine und fast drei Jahrzehnten in der Fischerei wurde sie 1972 umfassend zum Angel- und Stundenfahrtschiff umgebaut. Sie war der erste Angelkutter, der dauerhaft von Eckernförde aus eingesetzt wurde.

Mit ihrer ab 1972 eingebauten Mercedes-Benz-Maschine von 420 PS war die ALDEBARAN I nach den Erinnerungen aus dem Eckernförder Hafen der leistungsstärkste ehemalige Kriegsfischkutter, der von Eckernförde aus in Fahrt kam.

Bau und Kriegseinsatz

Der Kutter wurde 1943 auf der Ernst Burmester Schiffswerft in Swinemünde gebaut.

Die Maße betrugen 24,00 × 6,40 × 2,50 m, die Vermessung 70 GT. Als Hauptmaschine war zunächst ein Modag-Dieselmotor mit 120 PS eingebaut.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Kutter bei einer Hafenschutzflottille von IJmuiden aus eingesetzt. Bei Kriegsende befand sich das Schiff ebenfalls in IJmuiden.

1945 fiel der KFK als britische Beute in alliierte Hände.

OTTO

Im Dezember 1946 wurde der ehemalige KFK als SC 28 OTTO in Büsum registriert.

Das Schiff fuhr zunächst in Charter für H. Nagel aus Büsum.

Ab Mai 1947 war die OTTO in Charter für E. Westphalen, ebenfalls aus Büsum.

Im September 1950 wurde der Kutter im Rüschkanal in Finkenwerder aufgelegt.

ANKE

Im Oktober 1954 wurde der Kutter als SG 18 ANKE in Glückstadt registriert. Eigner war A. Pekeler aus Glückstadt.

1955 erhielt das Schiff das Unterscheidungssignal DIYH. Der ursprüngliche Modag-Motor war inzwischen durch eine Ausführung mit 150 PS ersetzt oder auf diese Leistung gebracht worden.

Ab Juli 1955 fuhr der Kutter als SO 282 ANKE in Niendorf an der Ostsee für A. & E. Ambrosius.

Für 1956 ist weiterhin ein Modag-Motor mit 150 PS überliefert.

Ab Juni 1958 gehörte die ANKE A. Ring aus Heiligenhafen.

Im August 1959 übernahmen H. & G. Röschke aus Heiligenhafen den Kutter.

Ab November 1959 fuhr das Schiff als SH 16 ANKE in Heiligenhafen.

Im Mai 1965 wurde die ANKE als SL 11 in Travemünde geführt. Eigner waren weiterhin H. & G. Röschke.

Ab Mai 1969 wird G. Röschke aus Travemünde als Eigner genannt.

Im Juli 1971 wurde der Kutter als Fischereifahrzeug außer Dienst gestellt.

Umbau zur ALDEBARAN I

1972 übernahm Kapitän Helmut Jupitz aus Eckernförde den ehemaligen KFK.

Helmut Jupitz besaß das Patent „Kapitän auf Großer Fahrt“. Auch seine Frau Charlotte Jupitz hatte ein Kapitänspatent und führte die ALDEBARAN I später wiederholt selbst als Kapitänin.

Der Kutter wurde in Dänemark umfassend umgebaut. Dabei wurde der hölzerne Rumpf teilweise neu beplankt. Außerdem erhielt das Schiff ein neues Aluminium-Ruderhaus und neue Aufbauten.

Besonders auffällig war die neue Maschinenanlage. Eingebaut wurde ein Mercedes-Benz V10-Saugdiesel mit 420 PS.

Diese Motorleistung machte die ALDEBARAN I zum leistungsstärksten ehemaligen Kriegsfischkutter, der von Eckernförde aus eingesetzt wurde.

Ende 1972 kam das vollständig umgebaute Schiff nach Eckernförde.

Erster Eckernförder Angelkutter

Als ALDEBARAN I erhielt das Schiff Eckernförde als Heimathafen.

Von dort aus wurde es für Angelfahrten und Stundenfahrten eingesetzt. Das Schiff war für 50 Fahrgäste zugelassen.

Die ALDEBARAN I war der erste Angelkutter, der ab 1972 von Eckernförde aus regelmäßig in Fahrt kam. Damit begann eine neue Phase der touristischen Nutzung ehemaliger Fischkutter im Eckernförder Hafen.

Helmut und Charlotte Jupitz

Kapitän Helmut Jupitz war als Inhaber des Patents „Kapitän auf Großer Fahrt“ für den Betrieb eines solchen Schiffes besonders qualifiziert.

Auch Charlotte Jupitz besaß ein Kapitänspatent. Sie führte die ALDEBARAN I häufig selbst und war damit eine der wenigen Frauen, die zu dieser Zeit als Kapitänin eines größeren Fahrgast- und Angelkutters von Eckernförde aus fuhren.

Die gemeinsame Führung des Schiffes durch Helmut und Charlotte Jupitz gehörte zu den Besonderheiten der Eckernförder Ausflugsschifffahrt jener Jahre.

Stilllegung und Verkauf nach Stralsund

Im Juni 1986 wurde die ALDEBARAN I in Eckernförde stillgelegt.

Im April 1990 wurde der Kutter nach Stralsund verkauft und dorthin überführt.

Neuer Eigner war die Reederei Klaus Baumeister aus Stralsund.

1993 kam es in Stralsund zur Zwangsversteigerung des Schiffes.

Versorgungsschiff im Mittelmeer

Im Mai 1994 wurde die ALDEBARAN I ins Mittelmeer überführt.

Dort kam der ehemalige Kriegsfischkutter unter spanischer Flagge wieder in Fahrt. Neuer Heimathafen und Liegeplatz wurde Palma de Mallorca.

Das Schiff wurde zum Versorgungsschiff umgebaut und behielt den Namen ALDEBARAN I. Am Bug trug es die Kennung 8PM-1-3-94.

Betreiber war Manuel Morena Martinez aus Palma de Mallorca.

Die ALDEBARAN I wurde als Versorger zwischen Mallorca und der Insel Cabrera eingesetzt. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben war die Abfuhr des auf Cabrera anfallenden Mülls.

Damit begann für den ehemaligen Kriegsfischkutter ein völlig neuer Einsatzbereich. Aus dem Kriegsschiff war zunächst ein Fischkutter, danach ein Angel- und Stundenfahrtschiff und schließlich ein ziviles Versorgungsschiff geworden.

Ende des Schiffes

Im September 2015 wurde die ALDEBARAN I auf der Mole in Palma de Mallorca abgewrackt.

Mit dem Abbruch endete der mehr als 70 Jahre lange Lebenslauf des ehemaligen KFK 380.

Bedeutung für Eckernförde

Die ALDEBARAN I war für Eckernförde in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Schiff.

Sie war der erste Angelkutter, der ab 1972 regelmäßig von Eckernförde aus eingesetzt wurde. Zugleich war sie mit ihrer Mercedes-Benz-Maschine von 420 PS der leistungsstärkste ehemalige Kriegsfischkutter der Eckernförder Ausflugsflotte.

Auch die gemeinsame Tätigkeit von Helmut und Charlotte Jupitz als patentierte Kapitäne machte das Schiff außergewöhnlich.

Die ALDEBARAN I steht damit am Beginn der Eckernförder Angel- und Stundenfahrtschifffahrt mit ehemaligen Fischkuttern und prägte über viele Jahre das Bild des Hafens.

Diskussion

Bernd Gradlowski, 2026/08/06 04:40

Die Angelkutter ALDEBARAN I und ANTARES machten in den Sommermonaten nach der Angeltour auch noch Stundenfahrten bis Feierabend gegen 20 Uhr. Abfahrt zur Angeltour um 7 Uhr ab Eckernförde. Rückkehr ca. um 16 Uhr in Eckernförde. Danach wurde schnell das Deck gespült, und der Müll an Land gebracht. Dann noch Stundenfahrten bis letzte Tour um 20 Uhr. Das war immer ein langer Tag.

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