SILBERMÖWE
| Allgemeines | |
|---|---|
| Name | SILBERMÖWE |
| Fischereikennzeichen | SS 102 HEIL 12 ab 01.1956: SO 305 ab 11.1959: SK 56 |
| Unterscheidungssignal | 1945: DTDD ab 1949: DAPL ab 1954: DKHQ |
| Eigner / Charterer | Heinrich & Ewald Wilhelm, Wedel Fritz Haar, Heiligenhafen Franz Mahrt sen., Eckernförde Hermann Böttcher, Kiel Wilhelm Labrenz, Kiel |
| Typ | Kriegsfischkutter später Fischkutter zeitweise Schrott- und Steinfischerei |
| Baunummer | KFK 356 |
| Baujahr | Februar 1944 |
| Bauwerft | Ernst Burmester Schiffswerft, Swinemünde |
| Register / Quelle | Spiering 212 |
| Status | 1966 außer Dienst gestellt 1970 aus dem Fischerei-Register genommen Verbleib unbekannt |
| Technische Daten | |
| Länge | 24,00 m |
| Breite | 6,40 m |
| Tiefgang | 2,50 m |
| Vermessung | 70 GT |
| Maschine | Modag, 120 PS ab 1959: Modag, 150 PS |
| Besonderheiten | für Schrott- und Steinfischerei mit Schwerlastbaum am Vormast ausgerüstet |
SO 305 SILBERMÖWE
Bau und Kriegseinsatz
Die SILBERMÖWE war der ehemalige Kriegsfischkutter KFK 356. Gebaut wurde der Kutter im Februar 1944 auf der Ernst Burmester Schiffswerft in Swinemünde.
Die Maße betrugen 24,00 × 6,40 × 2,50 m. Die Vermessung lag bei 70 GT. Als ursprüngliche Hauptmaschine war ein 120 PS starker Modag-Dieselmotor eingebaut.
Am 22. Februar 1944 wurde KFK 356 dem MOK Ost zugeordnet. Am 21. März 1944 wurde der Kutter als M 3154 geführt. Am 7. April 1944 ist er in Reval nachgewiesen.
Bei Kriegsende befand sich der Kutter in Kappeln. Er kam zur 9. Sicherungsdivision und wurde britische Beute. Für 1945 ist das Unterscheidungssignal DTDD überliefert.
Im Oktober 1945 gehörte KFK 356 zum KFK-Bewach-Verband, 6. Gruppe, in Kiel. Im Januar 1946 lag der Kutter als Reservefahrzeug in Kiel.
Nachkriegszeit und zivile Fischerei
Am 4. Dezember 1946 kam der ehemalige Kriegsfischkutter in Charter für Heinrich und Ewald Wilhelm aus Wedel.
Der Umbau zum Fischkutter erfolgte auf der Norderwerft in Hamburg.
Ab August 1947 fuhr der Kutter als SS 102 SILBERMÖWE in Wedel. Ab 1949 lautete das Unterscheidungssignal DAPL.
Im April 1951 kam die SILBERMÖWE in Charter für Fritz Haar aus Heiligenhafen und wurde als HEIL 12 SILBERMÖWE geführt.
1953 wurde der Kutter von der Bundesrepublik Deutschland angekauft.
1954 erfolgte der Ankauf durch Franz Mahrt sen. aus Eckernförde. In dieser Zeit erscheint der Name auch als SILVERMÖWE. Das Unterscheidungssignal lautete ab 1954 DKHQ.
1955 wurde der Kutter für die korrespondierende Reedergemeinschaft F. Mahrt sen. geführt.
Im Januar 1956 wurde die SILBERMÖWE als SO 305 SILBERMÖWE in Eckernförde registriert.
Schrott- und Steinfischerei
Nach dem Krieg wurde die SILBERMÖWE in den 1950er Jahren nicht nur in der Fischerei eingesetzt, sondern auch in der Schrott- und Steinfischerei. Dabei wurden unter anderem Findlinge vom Grund aufgenommen.
Horst Gradlowski erzählte später häufig von diesem Einsatz der SILBERMÖWE. Die sogenannte „Steinknackmaschine“ stand damals an der Mole. Auch der gefischte Schrott wurde dort gelagert.
Wenn die große schwere Maschine lief, soll in der Altstadt der Boden vibriert haben. Ursache war der weiche Untergrund im Hafenbereich.
Der harte Einsatz in der Steinfischerei war dem Kutter anzusehen. An der Steuerbord-Arbeitsseite war viel Holz abgesplittert oder herausgebrochen.
Bei der Suche nach Steinen saß der Taucher auf dem Anker einige Meter über Grund. So wurde das Gebiet langsam abgefahren und abgesucht.
Für die Schrott- und Steinfischerei wurde am Vormast ein Schwerlastbaum angebracht.
Franz Mahrt betrieb mit seinen Söhnen Walter Mahrt und Franz Mahrt mit der SILBERMÖWE auch sogenannte Schrottfischerei. Hier wurde insbesondere während des Krieges versenkte Munition geborgen. Der Taucheranzug von Walter Mahrt ist bis heute im Heimatmuseum Eckernförde zu besichtigen.
Weitere Laufbahn
Im Mai 1957 kam der Kutter an Hermann Böttcher in Kiel.
Im Juni 1959 erscheint Wilhelm Labrenz aus Kiel als Eigner.
1959 erhielt die SILBERMÖWE eine stärkere Modag-Hauptmaschine mit 150 PS.
Im November 1959 wurde der Kutter als SK 56 SILBERMÖWE in Kiel geführt.
1966 wurde die SILBERMÖWE außer Dienst gestellt.
1970 wurde der Kutter aus dem Fischerei-Register genommen.
Der weitere Verbleib ist bislang unbekannt.





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