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kutter:ecke_28_anneliese

ANNELIESE

ANNELIESE

Allgemeines
Name ANNELIESE
Fischereikennzeichen ECKE 28
Eigner 1951–1954: Heinrich Madsen
ab 1956: K. Potratz & Werner Jagemast
ab 1961: Werner Jagemast
Typ Motorkutter
Baujahr vermutlich 1948
Bauwerft vermutlich Siegfried-Werft, Eckernförde
Status 1966 stillgelegt und als Privatboot verkauft
Technische Daten
Länge 1951: 9,00 m
ab 1953: 8,96 m
Vermessung 1957: 12 cbm
angeblich baugleich mit REX: 7 BRT
Maße angeblich baugleich mit REX: 8,96 × 3,12 × 1,34 m
Maschine DM-Bohn & Kähler, 25/30 PS
ab 1956: GK-Bohn & Kähler
1957: GK-Bohn & Kähler, 25 PS

ECKE 28 ANNELIESE

Einordnung

Die ANNELIESE war der zweite bekannte Träger des Fischereikennzeichens ECKE 28. Der Name wird hier in einem Wort angesetzt, da nach Aussage von Manfred Potratz der Kutter bereits unter Heinrich Madsen ANNELIESE hieß.

Möglicherweise besteht eine Identität mit der früheren ECKE 28 ANNE LIESE. Diese Zuordnung ist bislang jedoch nicht gesichert.

Zeit unter Heinrich Madsen

Die ANNELIESE wurde vermutlich 1948 auf der Siegfried-Werft in Eckernförde gebaut.

Im Deutschen Seefischerei-Almanach und im Deutschen Fischerei-Almanach ist der Kutter von 1951 bis 1954 unter Heinrich Madsen verzeichnet. Für 1951 wird eine Länge von 9,00 Metern genannt.

Angeblich war die ANNELIESE baugleich mit der REX. Danach entsprächen die Maße etwa 8,96 × 3,12 × 1,34 Meter und die Vermessung 7 BRT.

Als Antrieb ist ein 25/30-PS-DM-Motor von Bohn & Kähler angegeben.

1953 wird die Länge mit 8,96 Metern angegeben.

1955 ist der Kutter nicht mehr verzeichnet.

Übernahme durch Potratz und Jagemast

1956 wurde der Madsen-Kutter von K. Potratz und Werner Jagemast übernommen. Nach Mitteilung von Bernd Gradlowski waren die Onkel von Manfred Potratz Fritz Jagemast und Werner Jagemast.

Der Kutter wurde weiterhin als ECKE 28 geführt. Die Länge blieb mit 8,96 Metern angegeben. Als Antrieb erscheint nun ebenfalls ein Motor von Bohn & Kähler, allerdings als Glühkopfmotor.

Es ist anzunehmen, dass der Name ANNELIESE auch unter den neuen Eignern beibehalten wurde.

1957 wird eine Vermessung von 12 cbm genannt. Die Länge betrug weiterhin 8,96 Meter, der Antrieb war ein 25-PS-GK-Motor von Bohn & Kähler.

Letzte Jahre

1961 erscheint Werner Jagemast als Eigner.

1966 wurde die ANNELIESE stillgelegt und als Privatboot verkauft.

Die Angaben zur späteren Stilllegung beruhen auf einer Mitteilung von Bernd Gradlowski vom 1. November 2016.

Siehe auch: ECKE 28 ANNE LIESE.

Ein Postkartenbild des Eckernförder Hafens zeigt nach Einschätzung von Bernd Gradlowski ganz rechts den kleinen geklinkerten Kutter ECKE 28 ANNELIESE.

Bei Vergrößerung ist auf dem Kutter jedoch keine 28, sondern offenbar eine 21 zu lesen. Damit kommen grundsätzlich auch ECKE 21 REX oder ECKE 24 TRUDEL in Betracht. Falls die Postkarte tatsächlich aus dem Jahr 1966 stammt, scheiden ECKE 21 und ECKE 24 nach den Einträgen im Deutschen Fischerei-Almanach allerdings aus.

Bernd Gradlowski befragte hierzu mehrere ortskundige Eckernförder Fischereifachleute im Hafen. Das Ergebnis dieser Befragung war folgende Identifizierung:

  • Links am Bildrand liegt der schwarze Kutter ECKE 28 GERDA mit 13,75 m Länge.
  • Davor liegt das kleine Begleitboot ECKE 28a, das in der Reusenfischerei eingesetzt wurde. Es war 5,85 m lang.
  • Der große blaue Kutter ist NC 463 PAULA HELLING von Evers aus Niendorf, 17,44 m lang.
  • Rechts auf der Stadtseite liegen außen ECKE 15 SCHWALBE, innen ECKE 16 BRIGITTE.

Nach Gradlowskis Einschätzung handelt es sich bei dem kleinen geklinkerten Kutter rechts um die ehemalige ECKE 28 ANNELIESE mit 8,96 m Länge unter Werner & Fritz Jagemast. Laut Almanach war dieser Kutter von 1956 bis 1966 verzeichnet und wurde 1966 stillgelegt.

Dem steht jedoch entgegen, dass auf der Vergrößerung offenbar das Fischereikennzeichen ECKE 21 zu erkennen ist. Für diese Deutung müssten zwei Punkte geklärt sein: erstens, ob die Postkarte tatsächlich 1965 beziehungsweise 1966 entstanden ist; zweitens, ob ECKE 28 Nr. 2 ANNELIESE zu diesem Zeitpunkt endgültig oder nur zeitweise stillgelegt war.

Als SPROTT, ECKE 46, 1954 aus Eckernförde wegging, wechselte REX von ECKE 21 zu ECKE 46. Dadurch wurde das Fischereikennzeichen ECKE 21 frei. Im Almanach fehlt dieses Kennzeichen ab 1955. Es wird daher vermutet, dass es um 1966 auf den kleinen 8,96 m langen Klinkerkutter überging, nachdem Werner & Fritz Jagemast die ehemalige LEBA 7 aus Cuxhaven als neue ECKE 28 GERDA übernommen hatten.

DFA 1967: ECKE 28 GERDA, W. & F. Jagemast, 13,75 m, 52,4 cbm, Modag 100 PS.

Warum ECKE 21 nach 1966 nicht mehr im DFA erscheint, ist bislang nicht nachvollziehbar. Eine mögliche Erklärung wäre, dass der Nachfolgeeigner keine Fischereitätigkeit mehr aufnahm und den Kutter verschrotten ließ, weil ein anderes Fahrzeug erworben wurde.

Der Deutsche Fischerei-Almanach ist nicht in jedem Fall eine vollständig verlässliche Quelle; es sind verschiedene Fehler und Auslassungen nachweisbar. Damit bleibt das auf der Postkarte erkennbare Fischereikennzeichen ECKE 21 vorerst unbewiesen, auch wenn die 21 auf der Vergrößerung deutlich lesbar erscheint.

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kutter/ecke_28_anneliese.txt · Zuletzt geändert: von martin