ADLER III
| Allgemeines | |
|---|---|
| Name | ADLER III ab 2004: NORDERTOR ab 2007 wieder ADLER III ab 2008: KOMMANDANT ab 2010: GEESTEMÜNDE |
| Unterscheidungssignal | DLZW |
| IMO-Nummer | 7429176 |
| Eigner / Betreiber | Kurt Paulsen / Adler-Schiffe, Nordstrand Wolfgang Potratz, Eckernförde (Charter) Reederei Kipp, Breege (Charter) Nordische Seetouristik GmbH, Flensburg (Charter) Briese-Schifffahrt / Germania-Reederei, Leer Weserfähre GmbH, Bremerhaven |
| Typ | Fahrgastschiff zeitweise Personenfähre |
| Baujahr | 1975 |
| Bauwerft | Husumer Schiffswerft, Husum |
| Baunummer | 1430 |
| Status | ab 2010 als GEESTEMÜNDE in Bremerhaven eingesetzt |
| Technische Daten | |
| Vermessung | ursprünglich 132 GT nach Verlängerung 156 GT |
| Länge | ursprünglich 27,50 m ab 1990: 30,50 m |
| Breite | 6,20 m |
| Tiefgang | 1,55 m |
| Maschine | Deutz 400 PS |
| Geschwindigkeit | 10 kn |
| Fahrgastzulassung | ursprünglich 250 Personen nach Verlängerung 254 Personen |
ADLER III
Die ADLER III war das erste Schiff aus der Flotte der Adler-Schiffe, das von Eckernförde aus eingesetzt wurde.
Im Sommer 1978 kam das Fahrgastschiff in Charter für Wolfgang Potratz nach Eckernförde. Von dort aus fuhr es für Stundenfahrten und sogenannte kleine Butterfahrten auf die Ostsee.
Im Sommer 1979 kam zusätzlich der Neubau ADLER VI nach Eckernförde. Beide Adler-Schiffe teilten sich fortan einen Liegeplatz und lagen dort abwechselnd.
Bau für die Adler-Schiffe
Die ADLER III wurde 1975 auf der Husumer Schiffswerft unter der Baunummer 1430 gebaut.
Das Schiff maß ursprünglich 27,50 × 6,20 × 1,55 m und war mit 132 GT vermessen. Es war für 250 Fahrgäste zugelassen.
Als Hauptmaschine diente ein Deutz-Dieselmotor mit 400 PS. Die Geschwindigkeit betrug etwa 10 Knoten. Das Unterscheidungssignal lautete DLZW.
Im Mai 1975 wurde die ADLER III für Kurt Paulsen und die Adler-Schiffe in Dienst gestellt. Heimathafen war Nordstrand.
Fahrten ab Hörnum
In ihren ersten Einsatzjahren fuhr die ADLER III vor allem von Hörnum auf Sylt aus.
Das Fahrtprogramm bestand aus Ausflugsfahrten und Einkaufskurzfahrten. Diese kurzen Reisen auf See waren Teil der damals stark verbreiteten Butterfahrtschifffahrt.
Das erste Adler-Schiff in Eckernförde
Im Sommer 1978 wurde die ADLER III nach Eckernförde überführt.
Das Schiff fuhr dort in Charter für Wolfgang Potratz und wurde für Stundenfahrten eingesetzt. Diese kurzen Ausflugsreisen wurden auch als „kleine Butterfahrten“ bezeichnet.
Die ADLER III war das erste Schiff der Adler-Flotte, das regelmäßig von Eckernförde aus verkehrte.
Damit begann die Verbindung zwischen den Adler-Schiffen und der Eckernförder Ausflugsschifffahrt.
Gemeinsam mit der ADLER VI
Im Sommer 1979 kam mit der ADLER VI ein weiterer Neubau der Adler-Schiffe nach Eckernförde.
Auch dieses Schiff fuhr in Charter für Wolfgang Potratz.
Da für die beiden Schiffe nur ein gemeinsamer Liegeplatz zur Verfügung stand, teilten sich ADLER III und ADLER VI diesen Platz im Wechsel. Während sich eines der Schiffe auf Fahrt befand, konnte das andere dort festmachen.
Die beiden Adler-Schiffe prägten damit gemeinsam einen Abschnitt der Eckernförder Stunden- und Butterfahrten.
Reservefähre am Nord-Ostsee-Kanal
Im Dezember 1981 wurde die ADLER III in Kiel-Holtenau am Betriebshafen des Nord-Ostsee-Kanals aufgelegt.
Sie diente dort zunächst als Reserve-Personenfähre für die Verbindung zwischen den Kieler Stadtteilen Holtenau und Wik.
Von Mai 1983 bis Juni 1984 wurde das Schiff tatsächlich auf dieser Fährverbindung eingesetzt.
Damit übernahm die ursprünglich für Ausflugsfahrten gebaute ADLER III zeitweise eine Aufgabe im innerstädtischen Personenverkehr.
Verlängerung 1990
1990 wurde die ADLER III auf der Schiffswerft Julius Diedrich in Oldersum verlängert.
Die Schiffslänge erhöhte sich von 27,50 m auf 30,50 m. Nach dem Umbau betrug die Vermessung 156 GT.
Die Fahrgastzulassung erhöhte sich geringfügig auf 254 Personen.
Die Verlängerung schuf zusätzlichen Raum für Fahrgäste und verbesserte die Einsatzmöglichkeiten des Schiffes im Ausflugs- und Linienverkehr.
Fahrten auf Rügen und nach Hiddensee
Im Jahr 2000 wurde die ADLER III an die Reederei Kipp in Breege verchartert.
Das Schiff kam im Linienverkehr zwischen:
- Ralswiek
- Breege
- der Insel Hiddensee
zum Einsatz.
Daneben wurden Boddenrundfahrten und Abendfahrten angeboten.
Damit wechselte die ADLER III in das Fahrtgebiet der nordrügenschen Boddengewässer.
NORDERTOR
2004 wurde das Schiff an die Nordische Seetouristik GmbH in Flensburg verchartert.
Es erhielt den Namen NORDERTOR.
Als NORDERTOR wurde das Schiff für Tagestouren zwischen Flensburg und Glücksburg eingesetzt.
Der Name bezog sich auf das bekannte historische Stadttor in Flensburg.
Wieder ADLER III
Im Jahr 2007 erhielt das Schiff wieder seinen ursprünglichen Namen ADLER III.
Diese Rückbenennung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits im folgenden Jahr wechselten Betreiber, Name und Fahrtgebiet erneut.
KOMMANDANT
2008 wurde das Schiff an Briese-Schifffahrt in Leer verchartert und für die Germania-Reederei eingesetzt.
Es erhielt den Namen KOMMANDANT.
Das Schiff fuhr auf der Linie:
- Emden
- Ditzum
- Delfzijl
Damit wurde die ehemalige ADLER III im grenzüberschreitenden Fahrgastverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden eingesetzt.
Im Oktober 2008 wurde dieser Liniendienst eingestellt.
Einsatz in Polen
Im April 2009 wurde die KOMMANDANT nach Polen überführt.
Ab Mai 2009 kam das Schiff für Hafen- und Rundfahrten ab Świnoujście zum Einsatz.
Auch dort blieb der Name KOMMANDANT zunächst erhalten.
GEESTEMÜNDE
Im September 2010 wurde das Schiff an die Weserfähre GmbH in Bremerhaven verkauft.
Es erhielt den Namen GEESTEMÜNDE und Bremerhaven als Heimathafen.
Von dort aus wurde das Schiff für Hafen- und Schiffsrundfahrten eingesetzt.
Damit kehrte die ehemalige ADLER III nach zahlreichen Einsätzen in der Ostsee, im Nord-Ostsee-Kanal, auf den Boddengewässern, in der Flensburger Förde, auf der Ems und in Polen wieder an die deutsche Nordseeküste zurück.
Bedeutung für Eckernförde
Die ADLER III nimmt in der Geschichte der Eckernförder Ausflugsschifffahrt eine besondere Stellung ein.
Sie war das erste Schiff der Adler-Flotte, das von Eckernförde aus verkehrte. Ihr Einsatz ab Sommer 1978 bereitete den Weg für weitere Adler-Schiffe im Hafen.
Mit der Ankunft der ADLER VI im folgenden Jahr entstand zeitweise ein gemeinsamer Betrieb mit zwei modernen Fahrgastschiffen. Beide Schiffe wurden von Wolfgang Potratz gechartert und teilten sich ihren Liegeplatz.
Die ADLER III steht damit für den Beginn eines neuen Abschnitts der Eckernförder Stunden- und Butterfahrten, in dem moderne Fahrgastschiffe zunehmend die früher eingesetzten Fisch- und Angelkutter ergänzten.


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